lebentodleben
„leben-tod-leben“ (2004) hat seinen Ausgangspunkt in der Skizze eines Reisetagebuchs aus Ghana. Der 9-wöchige Aufenthalt in diesem Land war für esturm* in ähnlicher Weise tiefschürfend und anregend wie Mexiko. Auf Anraten eines befreundeten Künstlers nahm Eva Sturm erstmals die Zeichnungen aus den Reisetagebüchern als Basis für das Schaffen großformatiger Bilder.
"Durch die Wälder Ghanas wandernd, fielen mir vereinzelt dastehende "tote Baumriesen" auf. Sie beeindruckten mich tief. Ich empfand, dass eine große Würde von ihnen ausging. Wie monumentale Totems oder Torsi ragten sie in den Himmel, die Äste abgebrochen, in Form und Ausdruck reduziert auf das Wesentliche. Ihre Unvollständigkeit, die teilweise Zerstörtheit berührten mich. Das Bild "leben - tod - leben" war die Antwort darauf.", esturm*
leben - tod - leben (2004)
Acryl, Marker, Ölkreiden auf Leinwand
80 x 125 cm
Die Arbeit „leben-tod-leben“ ist insofern programmatisch für Eva Sturms künstlerisches Schaffen zu sehen als sie hierihre Formensprache erstmals konsequent einsetzt, ihr persönlicher Stil noch eindeutiger zutage tritt: Alle Elemente, die auch in späteren Arbeiten immer wieder auftauchen, sind dabei mit Bedeutung aufgeladen - Baum, Vogel und „Paradiesvogel“, gestrichelte Linien, Schmetterling und Stern :
- der Baum
als zum Himmel erhobene Gestalt mit seiner Lebenskraft, die sich immer wieder erneuert - der Vogel / Paradiesvogel
als Sinnbild für die seelisch-geistige Lebenssphäre des Menschen - der Schmetterling
steht mit seiner Fähigkeit zur Metamorphose für Tod, Erneuerung, Auferstehung und Unsterblichkeit - der Stern
Das am häufigsten gebrauchte Zeichen esturms*, der Stern, ist genauso Symbol für das die Finsternis durchdringende Licht wie auch auch Sinnbild für Transzendenz bzw. Verbindungsglied zu geheimnisvollen, anderen Welten - die gestrichelten Linien
sind Ausdruck der Transzendenz bzw. des Immateriellen, also alles dessen, was wir vordergründig mit den Augen nicht erkennen können - aber dennoch existiert.